Tagebuch

25. Juli

Hausach – Wilhelmshöhe (Schonach) · 22,6 km

Wir waren froh, eine feste Unterkunft gehabt zu haben, denn das Gewitter in der Nacht war heftiger ausgefallen als erwartet. Nach dem vermutlich besten Frühstück (lecker Bergkäse) auf dem gesamten Westweg packten wir unsere Sachen zusammen, liefen in den Ortskern und Regina holte sich einen weiteren Stempel am Tor in Hausach.

Kaum zu glauben, dass wir bereits die Hälfte des Weges hinter uns hatten. Wir liefen weiter durch Hausach und stiegen am Ortsende hinauf zur Burg Husen. Von dort bot sich noch einmal ein schöner Blick auf die Stadt und das Kinzigtal.

Nun begann der lange Aufstieg bis zur Hasemann-Hütte auf dem Farrenkopf (789 m). Unterwegs konnten wir eine Nachbildung eines Holzmeilers bestaunen, die den Beruf des Köhlers erklärte. Oben angekommen hatten wir an diesem Tag leider Pech, denn dichte Wolken versperrten uns den Blick ins Tal. Dennoch wäre die Hütte ein schöner Platz für eine Übernachtung gewesen.

Der Westweg führte weiter über den Bergrücken und durch einen neuen Windpark, der sich noch im Bau befand. Wir bestaunten die im Aufbau befindlichen Windräder und die großen Maschinen, die für ein solches Projekt notwendig sind.

Im Wald entdeckten wir mehrere Schanzenanlagen am Büchereck und auf der Hirschlache, die an den Spanischen Erbfolgekrieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts erinnerten. Am Hubertfelsen erreichten wir den Halbwegpunkt des Westwegs. Regina holte sich dort den Jubiläumsstempel des Westwegs 2025. Auf dem Felsen war ein Metallkreuz angebracht, das die Start- und Endpunkte des Weges markierte.

Wenig später wagte Marcel den Aufstieg auf den 25 Meter hohen Granitblock des Karlsteins (964 m), um die schöne Aussicht ins Elztal zu genießen. Kurz darauf verließen wir den Wald und sahen bereits unser nächstes Ziel: das Hotel und Gasthaus „Schöne Aussicht“. Das leckere Vesper hatten wir uns redlich verdient, und zur Feier des Tages gönnten wir uns ein Bier, das persönlich von der Seniorchefin serviert wurde.

Weiter auf dem Weg passierten wir einen Getränkebrunnen und konnten nicht widerstehen, uns noch einmal ein kühles Getränk zu gönnen. Wir kamen an der Gaststätte „Zum Karlstein“ vorbei, die schon seit Längerem geschlossen war. Es folgten ein schöner See, Überreste ehemaliger Siedlungen, das Haus Silberberg (970 m) mit den lustigen Baumhäusern vor der Eingangstür sowie viel Kleinkunst am Wegesrand.

Schließlich erreichten wir unser Tagesziel, die von Regina gewünschte Unterkunft Wilhelmshöhe. Zwar hatten wir zunächst nur ein Etagenbettzimmer bekommen, doch das störte uns kaum. Wir freuten uns auf die Übernachtung in dieser urigen und kultigen Unterkunft am Westweg. Nach kurzer Wartezeit übergab uns die Chefin den Zimmerschlüssel – und hatte sogar noch eine Überraschung für uns: Eine Reisegruppe hatte abgesagt, und wir erhielten doch noch ein Doppelzimmer.

Am Abend besuchten uns Marcels Vater mit seiner Frau, und wir verbrachten einen wundervollen Abend in der Wilhelmshöhe.