Tagebuch
23. Juli
Unterstmatt – Hilda-Hütte (Kniebis) · 33,7 km
Wir schliefen sehr gut in unserer alternativen Unterkunft. Da wir die einzigen Gäste waren, bekamen wir ein sehr persönliches Frühstück, das uns die Chefin direkt an den Tisch servierte. Wir bedankten uns herzlich über so viel Gastfreundschaft.
An diesem Tag wartete einer der Höhepunkte des Westwegs auf uns. Die Etappe führte über die Grinde und über die höchsten Gipfel des Nordschwarzwaldes. Zur Erklärung: Grinden sind hochmoorige Hochflächen, die mit Borstengras, Heidekraut und Latschenkiefern bewachsen sind.
Von der Unterstmatt führte der Weg über einen schönen Pfad zum Gasthaus Ochsenstall. Schon von Weitem konnten wir den Fernsehturm auf der Hornisgrinde erkennen. Die Aussicht von dort oben war einfach beeindruckend: Wir blickten weit ins Achertal und bis zu den Vogesen.
Am höchsten Punkt der Hornisgrinde (1.164 m) steht der Bismarckturm. Kurz vor dem großen Hornisgrindeturm bog der Weg in Richtung Mummelsee ab. Dort hielten wir kurz für eine Fanta-Pause an und kauften die restlichen Getränke für den Tag ein. Da wir noch recht früh waren, war der Touristenansturm auch noch erträglich. Anschließend durchquerten wir das vierte Portal, das Mummelseetor Seebach.
Weiter ging es in Richtung Seibelseck und über die vom Sturm Lothar kahlgefegten Hänge des Altsteigerskopfs. Am Lothar-Denkmal legten wir eine kurze Pause ein und genossen den Blick ins Tal. Vor der Darmstädter Hütte beobachteten wir eine Schäferin mit ihrer Schafherde auf einem Skihang.
Die Darmstädter Hütte hätte zu einer Einkehr eingeladen, doch wir hatten noch einige Kilometer vor uns und entschieden uns dagegen. Es folgte ein kurzer Aufstieg zum Wildsee, wo wir erstmals auf viele Tagesausflügler trafen.
Auf halbem Weg zum Nationalparkzentrum am Ruhestein begegnete uns eine Familie mit Kinderwagen. Marcel half dem Vater dabei, den Kinderwagen über einen Baumstamm zu heben. Ob das wirklich eine gute Idee war, diesen Weg mit einem Kinderwagen zu gehen, blieb fraglich – wir wünschten ihnen innerlich viel Glück.
Am Ruhestein legten wir unsere Mittagspause ein. Die Ruhesteinschänke können wir sehr empfehlen, das Essen war hervorragend. Anschließend ging es weiter über die Grindenlandschaft zum Hotel am Schliffkopf (1.055 m), wo wir eine Freundin besuchten. Ein kühles Radler tat uns dort richtig gut. Im Schliffkopfhotel waren wir schon 2 x Übernachtungsgäste und haben dort schon viele schöne Stunden verbracht.
Den Lotharpfad ließen wir aus, da dort meist sehr viel los ist. An der Zuflucht (965 m) hielten wir nochmals für ein Kaltgetränk, bevor wir die letzten Kilometer in Angriff nahmen. An der Alexanderschanze vergaß Regina leider, sich den Stempel zu holen, da die Stempelstelle etwas versteckt am Zaun angebracht war. Mist, passiert aber auch den „besten“ Wanderer 😊
Im Wald hörten wir bereits die Motoren der Gleitschirmflieger, und kurz darauf öffnete sich der Blick ins Renchtal bei Bad Peterstal-Griesbach – was für eine Aussicht! Vom Gleitschirm Flugplatz hatten wir eine sehr gute Aussicht auf das berühmte Htel Dollenberg. Wenig später erreichten wir die Hilda-Hütte, unser heutiges Etappenziel. Wir bereiteten unser Drei-Gänge-Menü zu und genossen mit einem Glas Rotwein den Abend.
Wir waren an diesem Abend nicht allein unter dem Sternenhimmel: Eine Australierin übernachtete ebenfalls an der Hütte. Diese war unterwegs auf dem Nord Süd Trail. Wir unterhielten uns lange über das Wandern und das Leben. Dies war wieder eine Begegnung mit einer ganz besonderem Menschen.








































