Tagebuch

22. Juli

Forbach – Unterstmatt · 20,5 km

Der Wetterbericht hatte diesmal recht behalten, denn der Regen hielt tatsächlich bis in den Vormittag hinein an. Wir warteten, bis der stärkste Regen vorbei war, und starteten etwas später in den Tag.

Von unserer Unterkunft, dem Landgasthof Waldhorn, liefen wir in Richtung Forbach und passierten das dritte Portal, das Murgtaltor. Über die imposante und historische Holzbrücke der Murg gingen wir weiter durch die Forbacher Altstadt. Vorbei an der Maria-Hilf-Kapelle stiegen wir anschließend aufwärts in den Wald.

Der erste Anstieg mit über 450 Höhenmetern zur Wegscheid-Hütte hatte es in sich. Oben angekommen machten wir eine längere Frühstückspause und gönnten uns noch einen Kaffee, den die Freundin meines Bruders extra für uns besorgt hatte.

Es folgte die Schwarzenbachtalsperre, der größte See im Nordschwarzwald. Nach einem kurzen, ruhigen Abschnitt standen weitere 350 Höhenmeter an. Der steile, felsige Pfad hinauf auf den Seekopf (1.001 m) führte am idyllischen Herrenwieser See vorbei, dessen rund 170 Meter hohe Karwand als die höchste im Nordschwarzwald gilt.

Oben angekommen entdeckten wir den Gedenkstein von Philipp Bussemer, einem der beiden Pioniere der Erstmarkierung des Westwegs. Nicht weit entfernt befindet sich die Badener Höhe (1.002 m) mit dem Friedrichsturm. An diesem Tag war dort eine Schulklasse unterwegs, sodass es entsprechend lebhaft zuging. Regina half noch als Kamerafrau aus – Klassenfoto.

Nach einem kurzen Abstieg auf Forstwegen traf der Westweg auf die Schwarzwaldhochstraße, der wir bis zum Hundseck folgten. Ein letzter Anstieg brachte uns auf den Hochkopf, den ersten Grindengipfel des Westwegs. Durch eine urige Hochmoor- und Heidelandschaft führte der Weg schließlich hinab zur Unterstmatt.

Regina hatte sich schon lange darauf gefreut, in der „Großen Tanne“ zu übernachten. Als wir dort ankamen, teilte uns die Bedienung jedoch mit, dass unser Zimmer aufgrund eines Problems im Buchungssystem nicht mehr verfügbar sei. Irgendwie fanden wir das komisch, da wir bereits Tage vorher den Check-in vollzogen hatten. Die Enttäuschung war Regina deutlich anzusehen. Wir hätten zwar dort essen können, müssten aber in einer Nachbarunterkunft übernachten.

Natürlich nahmen wir das angebotene Zimmer an – eine Alternative gab es zu diesem Zeitpunkt kaum noch. Trotz allem verbrachten wir einen sehr schönen Abend mit gutem Essen in der Großen Tanne. Die Bedienung machte mit ihrem Charme vieles wieder wett.