Wrightwood und ein Sprung in die Wüste

5.–7.5.

Was für ein süßes kleines Dörfchen Wrightwood ist. Wir haben in den Grand Cabins geschlafen und Marcel hatte uns ein Zimmer mit Kamin gebucht. Gerade richtig, denn es war immer noch kalt. Eigentlich wollten wir nur einen Zero einlegen, aber daraus wurden zwei Tage. Regina hatte mittlerweile ein Tief. Sie weigerte sich komplett, den Trail weiterzugehen; auch die Alternative, die Marcel ihr anbot, lehnte sie ab. Daher wurde der Aufenthalt verlängert.

Wir genossen aber das Frühstück im Evergreen Cafe, wo wir auch das Ehepaar Salty und Dirty wieder trafen. Diese erreichten Wrightwood einen Tag nach uns und zeigten uns Bilder von ihrem komplett verschneiten Zelt. Gut, dass wir einen Tag früher in Wrightwood eintrafen. Als es darum ging, wieder auf den Trail zu gehen, wollte Regina nicht in Wrightwood weiterlaufen, sondern organisierte eine Fahrt durch den Trail Angel Anna, welche uns direkt zum Acton RV Park fahren sollte. Also umfuhren wir die ganze nächste Etappe, was natürlich mega ärgerlich war. An dem Morgen gingen wir im Evergreen frühstücken, aber wir hatten nur den halben Teller geschafft, so voll waren wir durch die letzten Tage. Anna holte uns um 11 Uhr ab und nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir bei Acton den RV Park.

Von dort ging es Richtung Agua Dulce. Verdammt, war das heiß an diesem Tag. Die Landschaft hatte sich natürlich geändert. Nun war die richtige Desert angesagt. Die ersten Meilen waren anstrengend, aber die Natur und die Ausblicke dafür traumhaft. Vor Agua Dulce erreichten wir die berühmten Felsen, wo für Star Trek gedreht wurde. Noch heute ein Ausflugsziel, sogar mit einem Visitor Center. In Agua Dulce gingen wir noch zum Mexikaner und tranken etwas Erfrischendes und holten uns im Supermarkt Wasser und Fanta für den nächsten Tag. Wir liefen noch 2 Meilen und fanden auf einem kleinen Hügel nach der Stadt einen super Zeltplatz mit Sonnenuntergangsblick.

Meilen 13,3

8.5.

Diesmal hatten wir uns mit dem Wecker freundlich gestimmt und wir waren recht flott fertig gewesen. Die Temperatur war auch passend… Nach einer Meile zum Einlaufen kam dann auch schon der Anstieg. Und nicht lange danach zog die Temperatur gleich mit der Steigung an. Ja, wir haben halt den Übergang von kalt nach warm übersprungen. Es dürften 7 Liter Trinken pro Kopf gewesen sein… das erste Auffüllen war nach 6 Meilen. Hier trafen wir auch auf viele neue Gesichter. Das Gesprächsthema: neue Schuhe. Das erinnerte uns, dass wir fast zu spät dran sind mit dem Organisieren. Ups..

Gegen Mittag wurde es richtig gemütlich, im Schatten 26 °C und das fühlte sich fast kalt an. Die Berge wurden dabei immer karger, aber trotz der Höhe flacher. Da lief es richtig flott, trotz Hitze. Da wir die Pausen und Wasserstellen gut zusammenlegen konnten, waren wir auch immer gut hydriert. Zum Glück gab es zwei Wasserstellen auf der Etappe, die durch Trail Angels betreut werden, an denen man Wasser aus 4-Liter-Wasserkanistern tanken konnte. Großes Danke dafür… um 16 Uhr waren wir dann schon am Ziel, der Feuerwache. Wir fragten unsere Camp-Nachbarn, ob sie etwas wollen, da wir versuchen, ins kleine Green Valley zu trampen. Es klappte und das sogar innerhalb von 15 Minuten. So hatte jeder eine kalte Soda/Cola zum Feierabend.

21,6 Meilen

9.5.

Die Nacht an der Firestation war etwas laut, da der Highway nicht weit entfernt war. Als wir aus dem Zelt krabbelten, bemerkten wir, dass schon fast alle weg waren. Nur Roman packte seine letzten Sachen zusammen. Da es heute heiß werden sollte, machten wir uns auch zügig los. Der erste Anstieg und gleich zeigte die Sonne, was sie konnte. Hui, wir zogen den Pulli aus und gingen über den ersten Berg. Zum Frühstück kamen wir an einen kleinen Flusslauf im Schatten. Beide Longsleeves haben wir noch im Bach durchgezogen und nass angezogen. Erst ist es kalt, aber es kühlt so gut.

Danach gingen wir in den zweiten Anstieg und der war hart. Volle Sonne, 26 °C und steil in den Berg. Wir blieben öfters stehen und machten kleine Pausen. Oben angekommen hatten wir eine super Aussicht über das Tal der Mojave-Wüste. Es ging weiter auf den breiten Bergrücken, der einem Sandkasten glich. Vor ein paar Jahren war hier ein Großbrand und aller Schatten war weg. Das Einzige, was hier wuchs, waren ein paar Büsche und der Poodle Dog Bush, den man besser nicht anfasst – soll sehr unangenehm sein und Blasen bilden. Zur Mittagszeit trafen wir auf Shadow, der es sich schon über eine Stunde im Schatten bequem gemacht hatte. Hier machten wir auch Mittag.

Danach kam der wahre Poodle Dog Bush-Hindernislauf; wir wussten auch nicht, wie groß die werden können. Ganz oben angekommen und die Landschaft wechselte wieder komplett… Es wurde grüner und es gab wieder Bäume. Eigentlich wollten wir heute noch ein paar Meilen dranhängen, aber die Hitze mit dem Anstieg machte uns mehr zu schaffen als gedacht, daher gingen wir zum selben Camp, wie Roman es geplant hatte. Gute Entscheidung… Marcel stieg am Camp noch ein Stück auf, um Wasser aus der Zisterne zu holen. Hammer Ausblick ganz oben. Doofe Idee war nur, querfeldein über die Wiese zu laufen. Ohne es zu erwarten, schlängelte sich eine Klapperschlange vor ihm im Gras vorbei. Zum Glück war es eine entspannte Schlange. Bonus des Abends: Shadow lief bei ein paar Day-Hikern vorbei und ließ sich von ihnen verköstigen. Auf dem Weg zum Zelt brachte er uns noch eine kalte Cola mit. Revanche für den Abend davor. 🙂

20,6 Meilen

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