23.4.
Was für eine Nacht… der Wind hat ordentlich am Zelt gerüttelt, aber es hat alles gut weggesteckt. Nach dem langen Tag davor und der windigen Nacht war die Lust zum Aufstehen nicht besonders groß. Aber hilft ja nichts: zusammengepackt, nochmal Wasser aufgetankt und ab die Post! Auf den ersten Meilen trafen wir eine Gruppe, die sich für die Sicherheit von Wanderern einsetzt – super nett. Nach 3,8 Meilen erreichten wir die Brücke an der Interstate 10. Wir haben uns schnell auf der PCT2026-Tafel verewigt und sind mit einem Uber zum nächsten Laden gefahren. Essen für die nächsten drei Tage nachgekauft und wieder zurück zum Trail.
Mist, jetzt waren die Rucksäcke wieder richtig voll und schwer – und juhu, es folgte natürlich direkt ein Anstieg. Beim Aufstieg fiel uns nach und nach wieder ein, warum man im Laden nicht mit hungrigen Augen einkaufen sollte. Eine kleine Mittagspause im Aufstieg und dann durch bis zum Zeltplatz. Mehr spontan als geplant stellten wir unser Zelt im Flussbett des Whitewater River auf. Bis zu diesem Zeitpunkt das beste Camp! Im Fluss gewaschen und abgekühlt – die Temperatur war heute auf 32 °C angestiegen.
14,6 Meilen
24.4.
Wir hatten prächtig an unserem Zeltplatz am „Beach“ geschlafen. Ausgeruht ging es in den ersten Anstieg. Die Sonne zeigte schon morgens um 7 Uhr, was sie kann. Den ersten Anstieg gemeistert, hatten wir wieder einen genialen Rückblick auf den San Jacinto. Der Weg verlief auf einem Kamm und wir hatten schon die ersten Blicke auf den Mission Creek.
Zur Info: Der Sturm Hilary hat 2023 das komplette Flussbett ausgespült. Vom alten Trail ist nicht mehr viel übrig geblieben. Also kämpften wir uns durch das Tal und versuchten immer wieder, den Trail zu finden. Der Schaden wurde beim Aufstieg am Fluss immer deutlicher – ganze Abschnitte waren einfach weggerissen. Da waren enorme Kräfte am Werk. Zur Mittagspause fanden wir ein gutes Plätzchen mit einem von anderen Hikern gebauten „Sitzpool“ im Fluss – was für eine Erfrischung! Wir liefen weiter, wobei „Canyoning“ hier besser passte als Wandern. Nach der dritten Flussüberquerung haben wir aufgehört, nach einem trockenen Weg durch das Wasser zu suchen, und sind einfach durchgelaufen. Scheiß auf nasse Füße! 🙂
Irgendwann hatten wir dann doch wieder festen Boden unter den Füßen und es ging an den Anstieg. Dort trafen wir auch das deutsche Pärchen wieder, das am Mt. San Jacinto neben uns gezeltet hatte. Kurz gequatscht und weiter ging’s. Der Trail verlangte uns heute einiges ab. Durch den Sturm war nicht nur das Flussbett, sondern auch der Weg am Berg ausgespült. Es ging munter oben und unten drüber, Hauptsache irgendwie auf dem Trail bleiben. Der Zeltplatz, den wir uns ausgesucht hatten, war ebenfalls weggespült. Wir suchten eine Weile und Marcel fand tatsächlich noch ein Plätzchen für die Nacht.
18,9 Meilen
25.4.
Halb 6 und wir liegen schon 10 Minuten wach, wollen uns aber nicht bewegen. War die Nacht davor wie Strandurlaub, war dies das Gegenteil: 2 °C, pfui! Als wir es dann doch geschafft hatten, ging die Suche nach dem Weg weiter. Es ist beeindruckend, was für Brocken so ein Fluss mitreißen kann. Nach knapp einer Meile wurde die Landschaft wieder waldiger und es kamen immer mehr Redwoods zum Vorschein. Wir konnten die schneebedeckten Berge gegenüber und im Rückblick den Großteil des San Jacinto bis ins Tal bewundern. Da es heute bewölkt war, wirkte die Kulisse noch gewaltiger, aber wir froren dafür umso mehr bei jeder Pause. Also wurde eine Pause gestrichen.
Während der Mittagspause hatten wir tatsächlich mal wieder Empfang und kümmerten uns direkt um unsere nächste Unterkunft in Big Bear Lake. Auch mal lustig: Pass-Ident-Verfahren mitten am Berg! Da die Mittagspause etwas länger ausgefallen war, hatten wir wieder mehr Energie in den Beinen. Knapp 7 Meilen vor der Ausfahrt nach Big Bear schlugen wir unser Zelt auf – wie gefühlt 15 andere auch. Gerade im Zelt gemütlich gemacht, fing es tatsächlich an zu regnen… Timing! Mit der Dämmerung wurde aus dem Regen dann Eis und Schnee.
21,1 Meilen
26.4.
Eigentlich wollten wir länger liegen bleiben, da es heute nur 7 Meilen bis zu unserem Wochenende waren. Aber die Nacht war wieder ein kalter Ritt. Es hat gewindet und geschneit. Wir sind aber voll zufrieden mit unserem Zelt – egal wie die Windböen auf unser Häuschen einwirkten, es blieb stehen. Das konnten drei unserer Nachbarn leider nicht sagen. Um aus dem Schlafsack zu kommen, bedurfte es trotzdem einiges an Überredungskunst.
Die 7 Meilen vergingen wie im Flug – vielleicht, weil wir auf ein richtiges Klo hofften? Ein leichtes Schneegestöber begleitete uns die ganze Zeit und überzog die Berge mit einer Puderzuckerschicht. Am Highway 18 angekommen, tauchte nach kurzer Zeit eine Frau auf, die hier den ganzen Tag PCT-Wanderer in den Ort und zurück bringt. Verrückt! Wir quetschten uns mit drei weiteren Hikern in ihr Auto. In Big Bear angekommen, bewunderten wir erst mal die verschneiten Häuser und vor allem den Hausberg.
6,7 Meilen














































