18.-21.4.
… unsere Fahrerin ließ uns mitten im Ort aussteigen. Das Trinkgeld, das wir ihr geben wollten, lehnte sie dankend ab. Zuerst gingen wir zu Raven Hill Bagels und gönnten uns einen super leckeren Bagel. Eine Tageswanderin, die wir beim Abstieg vom Berg getroffen hatten, hatte uns dieses Lokal empfohlen. Wir wussten bis dahin nicht, dass Bagels so gut schmecken können! Hier trafen wir auch Annabell und ihren Begleiter (dessen Namen wir leider vergessen haben). Sie legten eine kurze Auszeit ein, um noch am selben Tag wieder auf den Trail zu gehen.
Danach kauften wir ein paar Kleinigkeiten für unser Hotel. Auf dem Weg dorthin trafen wir wieder auf Niggo und Couscous. Couscous ist leider beim Aufstieg umgeknickt und scheint für eine gewisse Zeit auszufallen – er hofft, dass nichts gebrochen ist. Bei ihnen war noch ein Franzose, ein ehemaliger Olympia-Boxer. Nach einer geselligen Tratschrunde machten wir uns dann endgültig auf zum Hotel, wo wir es uns bequem machten und entspannten. Abends gab es noch Essen im Hotelrestaurant und dann war Feierabend.
Am zweiten Tag bewegten wir uns nur kurz Richtung Town, um unsere Vorräte aufzustocken. Dabei besuchten wir noch das örtliche Museum. Der Ort war wie ausgestorben. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Erholung.
Am 20. mussten wir das Hotel wechseln. Daher gingen wir nach dem Aufstehen wieder Richtung Zentrum. Im Idyllwild Inn packten wir unsere Rucksäcke und gingen im Red Kettle frühstücken. Das kam uns bekannt vor – ach ja, wir waren ja schon mal hier! 😀 Jetzt konnten wir auch wieder mehr Hiker sehen, kommende und gehende. Nach unserem Großeinkauf für die nächsten Meilen war auch unser neues Zimmer bereit. Wow, mit so einem Zimmer hatten wir nicht gerechnet, sogar mit Kamin! Wir haben alles ausgepackt und unsere Dreckwäsche zur Reinigung gegeben. Eigentlich wollten wir noch Waffeln essen, aber irgendwie hatte jedes Lokal zu. Auf dem Weg zum Waffelladen entdeckten wir Dina, die auch gerade im Ort eingetroffen war.
Heute erfuhren wir über Facebook auch, dass Camilla sicher angekommen ist. Sie hat sogar Werbung für unseren Lauf für die Diakonie gemacht. Vielen lieben Dank dafür! 🙂 Abends sind wir zum Lumber Grill essen gegangen und hatten das erste (und weltbeste) Philly Cheese Steak Sandwich. Danach wollten wir eigentlich noch Dina und Tommy auf dem Campingplatz besuchen, aber die Suche nach ihrem Camp scheiterte. Somit gingen wir zurück in unser super schnuckeliges Zimmer und machten den Kamin an.
Gegen halb 9 Uhr wachten wir auf. Ganz langsam machten wir uns fertig, um unser gemütliches Zimmer zu verlassen. Zum Frühstücken gingen wir zu Moms Eggs. Es war viel zu viel, aber verdammt lecker. Wie wir mitbekommen hatten, wurde der boxende Franzose wegen eines Infekts ins Krankenhaus gebracht. Er durfte aber am nächsten Tag zum Glück wieder raus, um sich zu erholen. Nach einer Kaffeepause wurden wir vom Trailangel Grumpy abgeholt und wieder zum Wanderparkplatz am Humber Park Trailhead gefahren. Alles aufgesattelt und wieder die 2,5 Meilen hoch zur Saddle Junction.
In kurzen Hosen liefen wir los – und plötzlich kamen die Wolken und die Temperatur fiel auf 4 °C. Also alle Zwiebelschichten wieder angelegt! Durch die Wolken wurde die Aussicht schlechter bzw. verschwand ganz. Dazu gab es ein bisschen Regen und Graupel. Wäre es nicht so frisch gewesen, wäre es sogar richtig schön gewesen. Am Strawberry Camp machten wir Schluss und bauten unser Zelt auf.
4,2 Meilen
22.4.
Kurz nach 5 Uhr wurden wir wach. Als Marcel von seiner Morgentoilette zurückkam, musste er schmunzeln: Unsere Zeltnachbarin, die erst am Vorabend gegen 20 Uhr eingetroffen war, lag da und ihr Zelt auf ihr. Es störte sie überhaupt nicht, dass ihr Zelt eingestürzt war – sie schnarchte einfach weiter. Das Thermometer zeigte schon wieder 2 °C an. Wir packten schnell zusammen und stampften los. Ein Spanier an unserem Zeltplatz fragte noch kurz nach dem Weg Richtung Idyllwild, da er sich gestern aus Versehen verlaufen hatte. Aber wir mussten los, wir hatten einen langen Tag vor uns.
Wir wollten den ganzen Berg hinunterlaufen, aber zuerst ging es aufwärts. An der Kreuzung angekommen, folgten wir dem Fuller Ridge Trail. Wir füllten noch Wasser auf und dann begann der Abstieg. Der Weg war am Anfang breit, wurde mit der Zeit aber schmaler und führte über einen Kamm. Ohje, da hatte Regina wieder was für ihre Höhenangst zu tun! Zum Glück verlief der Weg nach ca. 0,5 Meilen wieder in ein Waldstück und wir erreichten einen großen Campground mit Sitzbänken für das zweite Frühstück.
Von da an ging es immer weiter bergab. Mittags fanden wir einen guten Spot zur Stärkung – wir hatten erst die Hälfte des Tages geschafft. Wir trafen heute auch wieder das Pärchen, bei dem der Mann einen kleinen Stuhl dabeihatte. Marcel gab ihm den Namen „King“, da er auf dem Stuhl thronte. Der Trail war beim Abstieg mal breit und mal so schmal, dass man gerade so einen Fuß aufsetzen konnte. Entlang des Weges waren so viele Büsche, dass das Durchkommen ziemlich schwierig war. Wir machten noch eine kurze Pause, bevor der letzte Abschnitt kam. Einen ganz langen Ausläufer mussten wir noch schaffen, bevor wir unseren Zeltplatz im Tal erreichten. Marcel holte gleich Wasser und wir legten uns müde ins Zelt. Wir haben heute einen Abstieg von 2641 Höhenmetern und 38 Kilometern geschafft. Die Knie schmerzten ordentlich.


































