Paradise Valley Café

14.4.

Holla die Waldfee… als der Wecker klingelte, wollten wir uns nicht aus dem Schlafsack schälen. So kalt… das Thermometer sagte -1 °C. Ganz langsam haben wir uns dann doch rausgetraut. Eis auf dem Zelt – juhu. Zudem war es komplett voll mit Kondenswasser. Extra Gewicht. 🙁

Camilla hatte es gestern auch zu unserem Camp geschafft. Da sie gerade bereit zum Start war, sind wir zusammen losgelaufen. Zuerst in Vollmontur, doch nach nicht mal einer Meile konnten wir alles wieder ausziehen, da es uns in der Sonne zu warm wurde. Es dauerte nicht lange und wir erreichten die riesige Meadow: endlos lange Weideflächen. Mittendrin kamen wir zum Eagle Rock – ein Stein, der wie ein riesiger Adler aussieht. Wir machten unsere Erinnerungsfotos, inklusive Fliege und Schleier.

Wir liefen weiter Richtung Warner Springs zum Community Center. Dort konnten wir unsere Vorräte auffüllen. Essen in der Mikrowelle wärmen, ein kühles Kaltgetränk dazu und wir waren wiederhergestellt. Regina nahm sogar eine heiße Dusche. Was für eine Wohltat! Am Center waren auch Camilla, Annabell und Rose; später kam noch Travis dazu.

Leider mussten wir wieder los, denn wir wollten noch weitere 10 Meilen schaffen. Bei der ersten Pause nach 5 Meilen gab es einen kleinen Fluss, den Marcel direkt als Dusche nutzte und sich hineinsetzte. Der Mann halt – er spart, damit die Frau etwas Luxus bekommt… 😀

Unsere Wasservorräte füllten wir ca. 1,5 Meilen später auf und liefen zu unserem Zeltplatz für den Abend. Ein wundervoller Aufstieg, aber mit 3 Litern Wasser und einem vollen Futtersack war das wieder brutal anstrengend. Der Aufstieg hatte sich aber gelohnt: ein Zeltplatz mit super Aussicht auf den Sonnenuntergang und das weite Tal. Diesen Platz teilten wir uns wieder mit Camilla und zwei weiteren Hikern.

18,2 Meilen

15.4.

An diesem Morgen war es zwar auch frisch, aber mit 6 °C fast angenehm. Dadurch kamen wir relativ schnell aus dem Zelt (inkl. Frühstücken usw.). Da war sogar Camilla erstaunt, dass wir schon fast „ready to go“ waren. Wieder durften wir unsere Zwiebelschichten nach nicht mal einer Meile ablegen. Im Schatten auf der Berginnenseite war es zwar kühl, aber der Anstieg wirkte dem entgegen. Die Landschaft zeigte sich wieder traumhaft: überall kleine Blüten, Sträucher und wieder ein paar Kiefern.

Gegen Ende des zweiten Frühstücks kamen wir zu dem Bergabschnitt, an dem es vor runden, riesigen Felsen nur so wimmelte. Mitten in diesen Steinhaufen fanden wir unseren Kaffee-Spot. Der Spot war so gut versteckt, dass uns keiner beim Vorbeilaufen gesehen hatte. Nach der Pause stiefelten wir weiter zu Mike’s Place. Hier trafen wir wieder auf Camilla und verbrachten unsere Mittagspause. Währenddessen traf eine Gruppe älterer Damen ein. Die älteste läuft den PCT von Kanada nach Mexiko – jedes Jahr einen 100-Meilen-Abschnitt. Sie ist daher schon ein paar Jahre unterwegs. Nebenbei lud sie uns alle ein, bei ihr zu wohnen, wenn wir in Ashland sind.

Letztes Mal war Mike’s Place fast unsere Rettung und wir hatten ihn gut in Erinnerung. Daher war die Enttäuschung groß, als wir sahen, zu was für einer Müllhalde der Ort verkommen ist. Dafür gab es kurz darauf wieder kleine Trail Magic: Am Straßenrand war ein kleiner Verschlag aufgebaut, unter dem Wasser, Äpfel und ein paar Riegel zu finden waren. 🙂

Dann kam, was kommen musste: Es ging wieder bergauf bis auf ca. 1700 m, oben natürlich direkt am Abhang entlang. Der Abstieg war ähnlich – eine traumhafte Fernsicht auf unsere zukünftigen Berge und Palm Springs. Genießbar war es aber erst, als wir wieder 200 m tiefer waren; dafür gab es ab da Unmengen an Geröll. Nach 5 Meilen machten wir unsere Snack-Pause im Schatten einer Bucht. Kurz darauf machten wir uns auf zu unserem Tagesziel in 5 Meilen Entfernung: Tule Spring. Es war heiß und nur ab und zu kam ein Lüftchen zur Abkühlung. Mit heißen Füßen erreichten wir die Quelle. Als wir absteigen wollten, kamen uns Camilla und Craig entgegen: Die Spring war trocken! Die Frauen bei Mike’s Place hatten uns noch erzählt, dass dort Wasser sein sollte. Mist. Neuer Plan: Wir liefen zur Zisterne, 2,6 Meilen weiter. Das Wasser kam aus einem Erdtank; ob wir davon krank werden, würden wir in den nächsten Stunden erfahren. Schnell noch einen Zeltplatz gesucht und ab ins Bettchen.

20,7 Meilen

16.4.

Zum ersten Mal war es am Morgen etwas wärmer und die morgendliche Toilette fiel nicht so schwer. Zügig packten wir zusammen, denn heute stand was Leckeres auf dem Programm: das Paradise Valley Café. Unsere Füße waren vom gestrigen Tag aber noch sehr müde und wollten nicht so richtig mitmachen. Also: Zähne zusammenbeißen und durch.

Wir dachten, die Strecke bis zum Café wäre flach und schnell erledigt, aber es folgten zwei Abstiege und natürlich auch zwei Aufstiege. In einem Anstieg, in einer exponierten Kurve, meinte eine Biene, es wäre lustig, sich in Reginas Haaren zu verstecken… Bienenstich! Mary‘s Place gibt es leider nicht mehr, da es wohl zu viel Vandalismus gegeben hat.Aber dieses Mal war Wasser nicht unser Problem. Juhu! Unsere Füße qualmten, als wir im Café ankamen. Wir bestellten Burger, Cola und Bier. Etwas später trafen Travis und Camilla ein und wir hatten viel zu lachen. An unserem Tisch blieb ein Mann stehen und erzählte, dass er den PCT 2024 gelaufen ist. Er zahlte uns die zweite Runde Bier und ging. Wir waren wieder baff über so viel Herzlichkeit.

Nach drei Stunden mussten wir uns losreißen, um noch ein Stück zu schaffen. Als wir gerade unsere Backpacks fertig packten, kam ein älterer Mann auf uns zu und fragte, ob wir eine Fahrt zum Trailhead bräuchten. Wir waren froh, die Meile zum Trail nicht laufen zu müssen – es war eine lustige, kurze Fahrt. Ab hier begann der Aufstieg zum Mount San Jacinto. Wir gingen noch 3 Meilen, wobei sich die Landschaft wieder komplett änderte. Plötzlich lagen überall riesige Felsen rum und Kiefern prägten das Bild. Wir suchten uns eine nette Tentsite für die Nacht und machten Feierabend.

16,5 Meilen

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