19.–24.5.
So schlecht haben wir gar nicht geschlafen im „Pulp Fiction Hotel“. Michael, der Besitzer, hatte Regina am Abend zuvor ein Erste-Hilfe-Set für ihre Füße gegeben. Doch auch die Naproxen-Schmerz- und Entzündungstabletten haben über Nacht kein Wunder bewirkt. So mussten wir einsehen, dass es wahrscheinlich länger dauern wird, bis der Knöchel und die Sehnen wieder wanderfähig sind.
Das Hotel war auch keine Option für einen längeren Aufenthalt. Da Lake Isabella sonst kaum Hotels bietet, suchten wir nach Alternativen und wurden bei Airbnb fündig: ein Blockhaus in einem Wohngebiet. Wir gingen noch lecker im Nedal‘s Diner essen und zogen dann in unser neues Zuhause um. Als wir vor dem Haus standen, staunten wir nicht schlecht: ein Holzhaus mit Küche, Wohnzimmer und einer Terrasse mit Liegestühlen. Was für eine Oase! Der Supermarkt und die Restaurants waren auch nicht weit. Wir gingen erst mal groß einkaufen und richteten uns für die nächsten drei Tage ein. Abends genossen wir unser Bierchen mit Bergblick.
Am nächsten Tag ruhten wir uns eigentlich nur aus und machten ein paar Besorgungen. Regina kümmerte sich um ihre Füße und versuchte, mit Eis weiter die Entzündung herauszubekommen. Da es sie extrem ärgerte, dass Altra den Schuh so verändert hatte, dass sie nun solche Probleme (Schmerzen & Aufenthaltskosten) hatte, schrieb sie an den Kundenservice. Die Antwort war natürlich ernüchternd: „Tut uns leid, bla bla…“ Immerhin holten wir noch die neuen Schuhe des alten Modells von der Post ab, ebenso wie die Schlaufen für Reginas Wanderstöcke, die ein Nager in der Wüste nach Hikertown abgebissen hatte.
Am 21.5. war Marcels Geburtstag, und wir besuchten den Lake Isabella. Es war ein längerer Fußmarsch entlang des Highways 178. Am See angekommen, suchten wir uns ein kleines Sandplätzchen und gingen schwimmen. Das Wasser war angenehm und kühlte bei der Hitze gut ab. Wir schrieben noch mal mit den Franko-Kanadiern, ob sie uns in der Stadt besuchen kommen wollten. Aber leider waren es bis Kernville 9 Meilen – zu weit weg für einen Kurzbesuch. Am Abend aßen wir noch einen leckeren Burger im 178 Diner und machten uns auf den Weg zurück in unser Haus.
Da wir am Vortag die Wanderung zum See unternommen hatten, konnten wir direkt testen, wie weit Reginas Füße verheilt waren. Es sah leider immer noch nicht wirklich gut aus, die Sehnen schmerzten nach wie vor. Zudem hatten wir ein Problem in Lake Isabella: Unser süßes Blockhaus war für das Wochenende schon vom Besitzer geblockt, und es gab hier keine günstige Alternative. Also mussten wir am 22.5. mit dem Bus nach Ridgecrest fahren – 47 Meilen weit, einmal aus den Bergen auf die andere Seite in die Wüste.
Die Busfahrt war richtiges Sightseeing. Der Busfahrer war super drauf und fegte über den Berg. Am Walker Pass stiegen noch andere Hiker ein. Zum ersten Mal konnten wir so richtig riechen, wie wir selbst sonst nach ein paar Tagen Wandern stinken. In Ridgecrest konnten wir gleich unser Hotel, das Clarion Inn, beziehen – ein Hotel mit Poollandschaft und Palmen. Wir planten drei weitere Tage ein, damit Reginas Füße gut weiterheilen können.
Im nahegelegenen Supermarkt kauften wir etwas ein. An der Kasse sprach uns eine Frau an, ob wir einen Ride zurück zum Trailhead am Walker Pass bräuchten. Wir waren verblüfft und begeistert zugleich! Wir kamen mit Andrea ins Gespräch, und sie bot uns an, uns zum Trailhead zurückzubringen. Wir waren unglaublich froh, denn unser Plan, mit dem Bus dorthin zu fahren, wäre nicht aufgegangen – an diesem Tag ist in den USA nämlich Memorial Day, ein Feiertag, an dem an die gefallenen Soldaten und Toten erinnert wird.
Als wir weiter mit ihr plauderten, erzählte Andrea, dass sie schon öfters Hiker zurück an den Trail gebracht hat und im Museum arbeitet. Sie lud uns ein, sie dort zu besuchen. Wir waren sofort interessiert und verabredeten uns für den nächsten Tag. Den Nachmittag entspannten wir am Pool und genossen die Sonne Kaliforniens.
Am nächsten Morgen gingen wir nach dem Frühstück ins Maturango Museum. Hier trafen wir wieder auf Andrea, die uns durch die Ausstellung führte. Dabei begleiteten uns die ganze Zeit ihre kleinen Fellnasen: zuckersüße kleine Minihunde. Die Landschildkröten (Tortoises) im Garten wollten sich leider nicht zeigen. Danach ging Marcel noch spontan zum Friseur um die Ecke und ließ sich wieder ein bisschen mehr in einen Menschen zurückverwandeln. 😅 Die restliche Zeit verbrachten wir mit Nichtstun, Genießen des Pools und Essen.
Wieder zurück zum Trail zu gehen, wird bestimmt hart…




















