30.4.
Der Wecker hat geklingelt … wir haben ihn jedoch um weitere 30 Minuten ignoriert. Irgendwie war es kalt und feucht in unserem Zelt. Die Blase hat dann doch gewonnen: schnell anziehen und raus. Der Sonnenaufgang hat uns direkt munter gestimmt. Wieder rein ins Zelt, lecker Oatmeal zum Frühstück und Kaffee dazu. Unser Zeltnachbar brach ein paar Minuten vor uns auf. Er hat nicht mit uns gesprochen – er war bestimmt über 70 und hatte wahrscheinlich keine Lust auf uns „Jungstars“.
Kurz nach den ersten Metern sahen wir einen Steinbruch und die dazugehörige Straße. Der Fahrer dort muss seinen Job echt beherrschen; wir wollten dort nicht fahren müssen. Als wir weiterliefen, hatten wir eine großartige Aussicht auf die Berge, die wohl als Nächstes anstehen. Zur Frühstückspause steuerten wir eine Tentsite an, als dort zwei ältere Damen aus ihrem Auto ausstiegen und ebenfalls den PCT einschlugen. Wir tranken unseren Kaffee und hofften, dass die roten Ameisen uns nicht beißen würden. Später trafen wir die beiden Damen wieder. Sie hatten sich schon gefragt, wann wir sie wohl einholen würden. Nach einem kurzen Schwätzchen erzählte eine der beiden, dass sie einen Teil des PCT laufen möchte und dafür trainiert. Respekt!
Zur Mittagspause kamen wir unten im Tal an und streckten unsere Füße zur Kühlung in den Fluss. Weiter ging es auf ein Plateau, wo die Sonne erbarmungslos auf uns niederbrannte. Nach einer kurzen Pause stiegen wir zum Holcomb Creek ab und mussten durch das Wasser waten. Dort trafen wir auf Nicole „Strong Arm“ und sprachen kurz mit ihr, bevor wir zu unserem Tagesziel, dem Bench Camp, aufbrachen. Ganz vergessen: Oben auf dem Plateau sahen wir eine Mini-Klapperschlange, und im Camp wurden wir fast von Insekten gefressen.
18,4 Meilen
1.5.
Da es in der Nacht warm war, hatten wir nur das Innenzelt aufgebaut. So konnten wir den superhellen Mond und die Sterne betrachten. Am Morgen war es zwar etwas frisch, dafür wurden wir umso schneller fertig und liefen gleich los. Der Weg war breit, sodass wir gut vorankamen. Wir trafen eine Joggerin mit ihrem Hund – erstaunlich, wo die Leute im Nirgendwo immer auftauchen! Wir überquerten eine massive Holzbrücke und befanden uns dann im Canyon des Deep Creek, der uns fast den ganzen Tag begleitete. Von oben hatte man eine tolle Sicht auf den Fluss. Da bekam man eher Lust, sich an einen der Sandstrände zu legen, als weiterzugehen.
Unsere Zeltnachbarin von gestern Abend, die Französin Claire, trafen wir ebenfalls wieder. Wir passierten den 300-Meilen-Marker und machten Fotos. Weiter ging es zum nächsten Highlight: den Hot Springs. Heiße Quellen im Nirgendwo, die auch von Tagesausflüglern gut besucht sind. Das heiße Wasser entspannte die Muskeln und tat richtig gut; der Fluss sorgte danach für die nötige Abkühlung. Nach eineinhalb Stunden packten wir zusammen und liefen weiter durch den Canyon. An ein paar Stellen musste man sich heute wieder förmlich in den Sand drücken, um einen sicheren Stand zu finden, da der Regen die Wanderwege immer wieder ausspült. Genau das Richtige für Regina. 😉
Unser nächstes Highlight war das Joshua Inn Deli: ein kühles Getränk und ein Sandwich. Wir riefen den Fahrer Alan an, der uns abholte und später wieder zurück zum Trail brachte. Da es schon spät war, suchten wir uns eine brauchbare Tentsite und legten uns schlafen. Regina war allerdings etwas schlecht – die Hitze des Tages und ein Bier zu viel.
21,7 Meilen




































